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Die Idee des permanent breakfast stammt von dem österreichischen Künstler
Friedemann Derschmidt, der 1996 zusammen mit Freunden begann, öffentliche
Räume zu befrühstücken und nicht mehr damit aufhörte. Die Grundidee: Eine
Person lädt zum Frühstück. Die geladenen Personen verpflichten sich daraufhin
jeweils selbst ein öffentliches Frühstück abzuhalten und so fort. Die Frühstücke
verbreiteten sich über den ganzen Erdball (permanentbreakfast.org)
Wir haben diese Idee aufgegriffen und zu einer Protestaktion für Anhalt
umfunktioniert. Anhalten, öffentlich miteinander frühstücken, kommunizieren,
einander zuhören, teilen und es sich schmecken lassen...
Auf diese Weise wollen wir wieder zu mehr Solidarität untereinander anregen.
Jeder ist angesprochen selbst aktiv zu werden und seinen Willen für Anhalt zu
bekunden. Wir wollen auf diese symbolische Art für ein gemeinsames Anhalt kämpfen
und rufen alle auf mitzumachen.
Warum es sich lohnt, für Anhalt zu Frühstücken
Wir schreiben das Jahr 2005 nach Christi Geburt und ganz Sachsen-Anhalt ist
von den reformwütigen und einsparungsbesessenen Legionen des
Ministerpräsidenten Böhmer besetzt.
Ganz Sachsen-Anhalt? Nein! Ein kleines Städtchen namens Zerbst leistet
beständig Widerstand gegen eine drohende Invasion.
Und das Ärgernis für Böhmer ist, dass sich die Bewohner
dieses Städtchens und der umliegenden Gebiete zu verteidigen wissen. Sie
haben nämlich eine Geheimwaffe: ihre gemeinsame Geschichte. Und die sieht
folgendermaßen aus:
Nachdem das Fürstentum Anhalt 1606 in die Fürstentümer Anhalt-Dessau,
Anhalt-Köthen, Anhalt-Bernburg und natürlich Anhalt-Zerbst aufgeteilt wurde,
lebten die Bewohner über viele Jahre glücklich, zufrieden und friedlich als
Nachbarn vereint. Als dann aber 1793 der letzte Anhalt-Zerbster Fürst
verstarb, tauchten dunkle Wolken über dem Horizont unseres Städtchens auf.
Vier Jahre später entschloss man sich dann, Anhalt-Zerbst aufzuteilen. Das
Regiment über das Zerbster Gebiet übernahm von nun an der neue Landesherr
Fürst Leopold III. Friedrich Franz. Von diesem Mann waren sogar Größen wie
Napoleon, Goethe und Rousseau begeistert.
Oder, um es anders zu formulieren: Die dunklen Wolken am Zerbster Horizont
verzogen sich wieder.
Als Landesherr, der von den Zerbstern noch heute liebevoll als Vater Franz"
bezeichnet wird, tat dieser Großes für unser Städtchen. Und zwar begann er
im Jahre 1798 damit, das Zerbster Franziskanerkloster zu einer der
modernsten Schulen Deutschlands umbauen zu lassen. Hierfür stellte er sogar
30 000 Taler aus seinem persönlichen Vermögen zur Verfügung.
Die Eröffnung dieser umgebauten Gesamtschule wurde dann 1803 zelebriert.
Deswegen ist es für uns Francisceer ein Leichtes,
202 Jahre nachdem Vater Franz unsere Schule eröffnet hat, für die Erhaltung
seines" Zerbster Gebietes einzutreten.
Doch statt uns nach revolutionärem Vorbild auf Barrikadenkämpfe einzulassen,
setzten wir uns am letzten Sonnabend lieber mit unseren Camping-
tischen und -stühlen im Rahmen des ANHALTenden Frühstücks" an die B 184 in
Zerbst.
Die Überwindung hierzu war nicht allzu groß, denn den Unterschied zwischen
einem Frühstück im Bett und einem in der Innenstadt registriert ein armes
Schülerhirn sowieso kaum.
In diesem Sinne fordern wir alle anderen Francisceer und Zerbster auf, sich
ebenfalls für die Belange ihrer Region an einen Frühstückstisch in der Stadt
zu setzen und grüßen Herrn Böhmer mit den Worten von Vater Franz: Mögen zum
Glück der Zerbster meine Wünsche erfüllt werden."
Ave Böhmer!
Lisa Meinhold, Susanne Körper, Franziska Rose, Stephanie Sauermilch, Claudia Moller, Cindy Stein, Henriette Gohla, Maria-Sophie Wiebelitz
Schülerinnen des Gymnasiums Francisceum Zerbst
Anhalt blickt mit seinen Residenzen auf eine wechselvolle, fast 1000-jährige
Geschichte zurück. Eine Geschichte, die den Zusammenhalt gefördert und
verfestigt hat, die das allgemeine Wohl des Landes und seiner Einwohner über
die partikularistischen Interessen Einzelner gestellt hat.
Anhalt ein kleines Land, das es im Laufe der Jahrhunderte immer verstanden
hat, mit kulturellen, geisteswissenschaftlichen und technischen Leistungen
die deutsche und europäische Geschichte nachhaltig zu prägen!
Anhalt - das Land, das Identität bewahrt und Verbundenheit schafft.
Anhalt das ist Einheit in Vielfalt und Vielfalt in Einheit!
Agnes-Almuth Griesbach
Wenn Anhalt in die Bedeutungslosigkeit versinkt und damit die Wurzeln
unseres Landes aus historischer Sicht zerstört werden, geht auch das
Identitätsgefühl der Bürger den Bach runter.
Wilfried Schubert
Die Zerbster Bündnisgrünen sehen in der Wegordnung des Altkreises
Zerbst zum Jerichower Land eine immense Schwächung des Oberzentrums
Dessau. Finanzamt, Landgericht, Arbeitsgericht, Katasteramt und andere
Institutionen in der Stadt Dessau werden geschwächt, wenn die Zerbster
diese Funktionen demnächst in Stendal wahrnehmen müssten. Damit wird der
Stadt Dessau auch Kaufkraft entzogen. Neben den Anhalt-Zerbster
Bündnisgrünen setzen sich auch die Anhaltische Landeskirche, die IHK
sowie vielfältige regionale Vereine und Verbände für eine Zuordnung des
Zerbster Raumes zum Oberzentrum Dessau ein.
Fabian Groh
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